Werden Trachten nicht mehr getragen, sind sie de facto tot. Dies zu verhindern haben sich zahlreiche Trachtenvereine landauf und landab auf die Fahnen geschrieben. Sie buhlen vermehrt auch um junge Mitglieder und das mit einigem Erfolg. Gerade in ländlichen Gebieten finden es auch junge Menschen wieder chic, sich in der Tracht in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und das nicht nur bei Kirchweihen oder Oktoberfesten. Jeder wählt dabei die Art der Tracht aus, die ihm am besten gefällt. Gerade auch ältere Menschen entscheiden sich oftmals für traditionelle Trachten, die sich streng an historischen Vorbildern orientieren, während sich junge Leute eher für Trachten entscheiden, die sich deutlich weniger an der Historie orientieren.
Ein wichtiger Aspekt: Trachtenerneuerung
Ein wichtiger Aspekt beim Erhalt der alten Traditionen ist die Trachtenerneuerung. Dabei wird versucht, möglichst behutsam die Tradition mit der Moderne zu verbinden. Die Trachten werden also im Prinzip an die aktuelle Mode angepasst. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt. Dabei soll und darf natürlich die Authentizität der jeweiligen Tracht nicht vernachlässigt werden oder gar verloren gehen. Ebenso wenig der Tragekomfort, denn nur eine Tracht, die bequem zu tragen ist, wird auch angezogen. Trachtenerneuerung ist ein ständig ablaufender, dynamischer Prozess, mit dem eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart geschlagen werden soll.
Trachtenberatungsstellen
Wer „Lust auf Tracht“ verspürt und sich genauer informieren möchten, sollte sich an eine der Trachtenberatungsstellen wenden, die es in vielen Regionen gibt. Hier erhalten Interessenten Informationen rund um die regionalen Trachten und deren Historie. Meist ist auch ein kleines Trachtenmuseum angegliedert. Aber auch Ansprechpartner bei verschiedenen Trachtenvereinen können vermittelt werden. Für alle diejenigen, die ihre Tracht selbst nach historischen Vorbildern nähen möchten, bieten viele Trachtenberatungsstellen auf Anfrage auch Nähkurse an.
