Sich als Gastwirt eine eigene Selbständigkeit aufzubauen, ist heutzutage nicht mehr leicht. Hinzu kommt es, dass man nicht immer das Glück hat, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben, sich einen eigenen Betrieb kaufen zu können, sondern dass man oft auf die Ausweichmöglichkeit Pacht zurückgreifen muss. Das stellt die meisten Wirte vor das Problem, dass sie einige Tage im Monat schon gutes Geld verdienen müssen, um die Pacht bezahlen zu können. Was dann über bleibt, wenn das Geschäft nicht gut geht, kann man sich an einer Hand ausrechnen: Oftmals reicht es kaum zum Überleben. Ganz gleich, ob man den Tourismus nimmt, oder die einheimische Bevölkerung: Nicht mehr viele Menschen gehen am Abend ein Bier trinken, oder Essen, ganz einfach aus dem Grund, weil es sich nicht mehr jeder leisten kann. Es wartet also ein beträchtliches Risiko, wenn man sich einen gastronomischen Betrieb pachtet.
Schon bei der Übernahme des Betriebes muss man die Augen offen halten So ist es beispielsweise immer gut, wenn man einen Blick in die Bilanzen des Vorpächters werfen kann und auch erfährt, warum dieser den Betrieb aufgegeben hat. Es ist etwas anderes, einen sauberen, gut geführten Betrieb zu übernehmen, weil der Vorpächter in Ruhestand geht, als wenn man radikale Maßnahmen, wie eine Reinigung der Anlagen mit Trockeneisstrahlen bezahlen muss, weil der ehemalige Wirt mehr gehaust als gewirtschaftet hat. Nicht immer entdeckt man zum Beispiel Schädlingsbefall schon bei der ersten Besichtigung. Ist der Pachtvertrag erst unterschrieben, muss man selbst sehen, wie man klar kommt.
Auch über die Kosten, die anfallen, muss man sich informieren. Besteht ein Vertrag mit einer Brauerei, hat dies Vor- und Nachteile. Man ist an den Bierpreis gebunden, kann nicht nach billigeren Einkaufspeisen Ausschau halten. Dafür bekommt man beispielsweise eine Theke, die Bestuhlung oder die Ausstattung für einen Biergarten, in manchen Fällen sogar einen Kredit zur Betriebsgründung gestellt. Selbstverständlich muss man sich auch im Vorfeld erkundigen, wie hoch die Stromkosten, zum Beispiel durch eine alte Kühlung, und die Heizkosten für die meist großen Säle und Zimmer, sind.
Ein durchdachtes Konzept gehört dazu, denn ein blindes vor sich hin Wirtschaften bringt meistens nichts. So muss man sich, wenn man Mittags- und Abendtisch anbieten möchte, durchaus überlegen, wie man die Speisekarte gestaltet. Zu viele Gerichte im Angebot erhöhen die Möglichkeit, dass man vieles wegwerfen muss, wenn einmal nichts geht. Die halbe Speisekarte nicht anbieten zu können, geht natürlich gar nicht, deshalb muss man hier eine für den Gast und das Haus vertretbare Kompromisslösung finden.
